DEN KORAN KENNENLERNEN

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Alle Verse (6237)

Verse, die lobpreisen:

Anderen zu helfen (69)

Gewalt und Brutalität (180)

Religiöse Toleranz (11)

Hass auf Nicht-Muslime (349)

Verse über:

Frauen (107)

Familie (25)

Sexualität (71)

Einleitung

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Kapitel:

1. Die Öffnung

2. Die Kuh

3. Das Haus Ìmráns

4. Die Frauen

5. Der Tisch

6. Das Vieh

7. Die Höhen

8. Die Verderblichkeit des ...

9. Die Reue

10. Jonas

11. Hüd

12. Joseph

13. Der Donner

14. Abraham

15. Der Steinige Teil

16. Die Biene

17. Die Nachtwanderung

18. Die Höhle

19. Maria

20. Tá Há

21. Die Propheten

22. Die Pilgerfahrt

23. Die Gläubigen

24. Das Licht

25. Das Kriterium

26. Die Dichter

27. Die Ameisen

28. Die Erzählung

29. Die Spinne

30. Die Römer

31. Luqmán

32. Die Niederwerfung

33. Die Verbündeten

34. (Die Stadt) Saba

35. Der Ausgangspunkt der Sc...

36. Já-Sín

37. Die Reihenden

38. Sád

39. Die Gruppen

40. Der Gläubige

41. Detailliert

42. Die Beratung

43. Der Goldschmuck

44. Der Rauch

45. Das Beugen des Knies

46. Al-Ahqáf

47. Mohammad

48. Der Sieg

49. Die Zimmer

50. Qáf

51. Die Winde der Zerstreuun...

52. Der Berg

53. Der Stern

54. Der Mond

55. Der Gnädigste

56. Das unvermeidliche Ereig...

57. Das Eisen

58. Die Debatte

59. Exodus

60. Die Geprüfte

61. Das Schlachtfeld

62. Die Freitagsversammlung

63. Die Heuchler

64. Wechselseitige Ab- und Z...

65. Die Trennung

66. Die Verbietung

67. Die Herrschaft

68. Der Stift

69. Die Wirkliche Realität

70. Die Wege des Aufstiegs

71. Noah

72. Der Dschinn

73. Der in Gewänder Gekleid...

74. Der Verhüllte

75. Die Auferstehung

76. Der Mensch

77. Die Davongesandten

78. Der Ereignis

79. Die Ausreisser

80. Der die Stirn Runzelt

81. Der Zusammenklappende

82. Die Spaltung

83. Betruegerische Handlung

84. Die Zerreißung

85. Die Burgen

86. Der Nächtliche Besucher

87. Der Allerhöchste

88. Das Umwerfende Ereignis

89. Die Morgendämmerung

90. Die Stadt

91. Die Sonne

92. Die Nacht

93. Der Glorreiche

94. Die Verbreitung

95. Die Feige

96. Der Blutklumpen

97. Die Kraftvolle Nacht

98. Der Klare Beweis

99. Die Zuckung

100. Die Laufenden

101. Der Tag des Geschreis

102. Die Anhäufung

103. Die Zeit über Generatio...

104. Der Skandalöse Händler

105. Der Elefant

106. Quraisch

107. Bedürfnisse der Nachbar...

108. Der Überfluss

109. Die Ungläubigen

110. Die Hilfe

111. Der Palmenfasern

112. Reinheit des Vertrauns

113. Die Morgendämmerung

114. Die Menschheit

Quelle: Koran, Übersetzung A.T. Khoury

Koran > Kapitel 12

12. Joseph - Yusuf
Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen.
12:1Alif Lam Ra. Dies sind die Zeichen des deutlichen Buches.
12:2Wir haben es als einen arabischen Koran hinabgesandt, auf daß ihr verständig werdet.
12:3Wir erzählen dir die schönste Erzählung dadurch, daß Wir dir diesen Koran offenbart haben. Du warst vordem einer von denen, die (davon) keine Ahnung hatten.
12:4Als Josef zu seinem Vater sagte: »O mein Vater, ich sah elf Sterne und die Sonne und den Mond, ich sah sie vor mir niederfallen.«
12:5Er sagte: »O mein Sohn, erzähle von deinem Traumgesicht nicht deinen Brüdern, sonst werden sie eine List gegen dich ausführen. Der Satan ist den Menschen ein offenkundiger Feind.
12:6Und so wird dein Herr dich erwählen und dich etwas von der Deutung der Geschichten lehren und seine Gnade an dir und an der Sippe Jakobs vollenden, wie Er sie vorher an seinen beiden Vätern Abraham und Isaak vollendet hat. Dein Herr weiß Bescheid und ist weise.«
12:7Siehe, in Josef und seinen Brüdern sind Zeichen für die, die (nach der Wahrheit) fragen.
12:8Als sie sagten: »Josef und sein Bruder sind unserem Vater bestimmt lieber als wir, obwohl wir eine (beachtliche) Gruppe sind. Unser Vater befindet sich in einem offenkundigen Irrtum.
12:9Tötet Josef oder werft ihn ins Land hinaus, so wird das Gesicht eures Vaters nur noch auf euch schauen, und danach werdet ihr Leute sein, die rechtschaffen sind.«
12:10Ein Sprecher unter ihnen sagte: »Tötet Josef nicht, werft ihn (lieber) in die verborgene Tiefe der Zisterne, dann wird ihn schon der eine oder andere Reisende aufnehmen, wenn ihr doch etwas tun wollt.«
12:11Sie sagten: »O unser Vater, warum vertraust du uns Josef nicht an? Wir werden ihm sicher gut raten.
12:12Schick ihn morgen mit uns, daß er sich frei bewege und spiele. Wir werden ihn sicher behüten.«
12:13Er sagte: »Es macht mich traurig, daß ihr ihn mitnehmen wollt. Und ich fürchte, daß ihn der Wolf frißt, während ihr nicht auf ihn achtgebt.«
12:14Sie sagten: »Sollte ihn der Wolf fressen, wo wir doch eine (beachtliche) Gruppe sind, dann werden wir gewiß Verlust davon tragen.«
12:15Als sie ihn mitnahmen und übereinkamen, ihn in die verborgene Tiefe der Zisterne hinunterzulassen ... - Und Wir offenbarten ihm: »Du wirst ihnen noch das, was sie hier getan haben, kundtun, ohne daß sie es merken.«
12:16Und am Abend kamen sie weinend zu ihrem Vater.
12:17Sie sagten: »O unser Vater, wir gingen, um einen Wettlauf zu machen, und ließen Josef bei unseren Sachen zurück. Da fraß ihn der Wolf. Du glaubst uns wohl nicht, auch wenn wir die Wahrheit sagen.«
12:18Sie trugen auf sein Hemd falsches Blut auf. Er sagte: »Nein, eure Seele hat euch etwas eingeredet. (Es gilt) schöne Geduld (zu üben). Gott ist der, der um Hilfe gebeten wird gegen das, was ihr beschreibt.«
12:19Reisende kamen vorbei. Sie schickten ihren Wasserschöpfer, und er ließ seinen Eimer hinunter. Er sagte: »O gute Nachricht! Da ist ein Junge.« Sie versteckten ihn als Ware. Und Gott wußte wohl, was sie taten.
12:20Und sie verkauften ihn für einen zu niedrigen Preis, einige gezählte Drachmen. Und sie übten Verzicht in bezug auf ihn.
12:21Und derjenige aus Ägypten, der ihn gekauft hatte, sagte zu seiner Frau: »Bereite ihm eine freundliche Bleibe. Möge er uns Nutzen bringen, oder vielleicht nehmen wir ihn als Kind an.« Und Wir gaben dem Josef eine angesehene Stellung im Land. Und Wir wollten ihn die Deutung der Geschichten lehren. Und Gott ist in seiner Angelegenheit überlegen. Aber die meisten Menschen wissen nicht Bescheid.
12:22Als er seine Vollkraft erreicht hatte, ließen Wir ihm Urteilskraft und Wissen zukommen. So entlohnen Wir die Rechtschaffenen.
12:23Und die, in deren Haus er war, versuchte, ihn zu verführen. Sie schloß die Türen ab und sagte: »Komm her.« Er sagte: »Gott behüte! Er, mein Besitzer, hat mir eine schöne Bleibe bereitet. Denen, die Unrecht tun, wird es nicht wohl ergehen.«
12:24Sie hätte sich beinahe mit ihm eingelassen, und er hätte sich beinahe mit ihr eingelassen, hätte er nicht den Beweis seines Herrn gesehen. Dies (geschah), damit Wir das Böse und das Schändliche von ihm abwehrten. Er gehört ja zu unseren auserwählten Dienern.
12:25Sie suchten beide als erster die Tür zu erreichen. Sie zerriß ihm von hinten das Hemd. Und sie trafen auf ihren Herrn bei der Tür. Sie sagte: »Der Lohn dessen, der deiner Familie Böses antun wollte, ist ja wohl das Gefängnis oder eine schmerzhafte Pein.«
12:26Er sagte: »Sie war es, die versucht hat, mich zu verführen.« Und ein Zeuge aus ihrer Familie bezeugte: »Wenn sein Hemd vorn zerrissen ist, hat sie die Wahrheit gesagt, und er ist einer von denen, die lügen.
12:27Und wenn sein Hemd hinten zerrissen ist, hat sie gelogen, und er ist einer von denen, die die Wahrheit sagen.«
12:28Als er nun sah, daß sein Hemd hinten zerrissen war, sagte er: »Das ist eine List von euch. Eure List ist gewaltig.
12:29Josef, wende dich davon ab. Und (du), bitte um Vergebung für deine Schuld. Du gehörst ja zu denen, die sich versündigt haben.«
12:30Nun sagten Frauen in der Stadt: »Die Gemahlin des Hochmögenden versucht, ihren Knecht zu verführen. Er hat sie in leidenschaftliche Liebe versetzt. Wir sehen, sie befindet sich in einem offenkundigen Irrtum.«
12:31Als sie von ihren Ränken hörte, schickte sie zu ihnen und bereitete ihnen ein Gelage. Sie ließ einer jeden von ihnen ein Messer geben und sagte (zu Josef): »Komm zu ihnen heraus.« Als sie ihn sahen, fanden sie ihn außerordentlich, und sie schnitten sich in die Hände und sagten: »Gott bewahre! Das ist nicht ein Mensch. Das ist nur ein edler Engel.«
12:32Sie sagte: »Das ist der, dessentwegen ihr mich getadelt habt. Ich habe versucht, ihn zu verführen. Er aber hielt an seiner Unschuld fest. Und wenn er nicht tut, was ich ihm befehle, wird er bestimmt ins Gefängnis geworfen werden, und er wird zu denen gehören, die erniedrigt werden.«
12:33Er sagte: »Mein Herr, mir ist das Gefängnis lieber als das, wozu sie mich auffordern. Und wenn du ihre List von mir nicht abwehrst, werde ich mich zu ihnen hingezogen fühlen und einer der Törichten sein.«
12:34Sein Herr erhörte ihn und wehrte ihre List von ihm ab. Er ist es, der alles hört und weiß.
12:35Dann, nachdem sie die Zeichen gesehen hatten, schien es ihnen angebracht, ihn eine Zeitlang ins Gefängnis zu werfen.
12:36Mit ihm kamen zwei Knechte ins Gefängnis. Der eine von ihnen sagte: »Ich sah mich Wein keltern.« Der andere sagte: »Ich sah mich auf dem Kopf Brot tragen, von dem die Vögel fraßen. So tu uns kund, wie dies zu deuten ist. Wir sehen es, du gehörst zu den Rechtschaffenen.«
12:37Er sagte: »Es wird euch das Essen, mit dem ihr versorgt werdet, nicht gebracht, ohne daß ich euch kundgetan habe, wie es zu deuten ist, bevor es euch gebracht wird. Das ist etwas von dem, was mich mein Herr gelehrt hat. Verlassen habe ich die Glaubensrichtung von Leuten, die nicht an Gott glauben und die das Jenseits verleugnen,
12:38Und ich bin der Glaubensrichtung meiner Väter Abraham, Isaak und Jakob gefolgt. Wir dürfen Gott nichts beigesellen. Das ist etwas von der Huld Gottes zu uns und zu den Menschen. Aber die meisten Menschen sind nicht dankbar.
12:39O ihr beiden Insassen des Gefängnisses! Sind verschiedene Herren besser, oder der eine Gott, der bezwingende Macht besitzt?
12:40Ihr dient außer Ihm nur Namen, die ihr genannt habt, ihr und eure Väter, für die aber Gott keine Ermächtigung herabgesandt hat. Das Urteil gehört Gott allein. Er hat befohlen, daß ihr nur Ihm dienen sollt. Das ist die richtige Religion. Aber die meisten Menschen wissen nicht Bescheid.
12:41O ihr beiden Insassen des Gefängnisses! Der eine von euch wird seinem Herrn Wein zu trinken geben. Der andere aber wird gekreuzigt, und die Vögel werden von seinem Kopf fressen. Entschieden ist die Angelegenheit, über die ihr um Auskunft fragt.«
12:42Und er sagte zu dem von ihnen, mit dessen Rettung er rechnete: »Gedenke meiner bei deinem Herrn.« Aber der Satan ließ ihn vergessen, ihn bei seinem Herrn zu erwähnen. So blieb er noch einige Jahre im Gefängnis.
12:43Und der König sagte: »Ich sah sieben fette Kühe, die von sieben mageren gefressen wurden, und sieben grüne Ähren und (sieben) andere, die verdorrt waren. O ihr Vornehmen, gebt mir Auskunft über mein Traumgesicht, so ihr das Traumgesicht auslegen könnt.«
12:44Sie sagten: »Wirres Bündel von Träumen. Wir wissen über die Deutung der Träume nicht Bescheid.«
12:45Derjenige von ihnen, der gerettet wurde und sich nach einer Weile erinnerte, sagte: »Ich werde euch seine Deutung kundtun. Schickt mich los.«
12:46»Josef, du Wahrhaftiger, gib uns Auskunft über sieben fette Kühe, die von sieben mageren gefressen werden, und von sieben grünen Ähren und (sieben) anderen, die verdorrt sind. So mag ich zu den Menschen zurückkehren, auf daß sie Bescheid wissen.«
12:47Er sagte: »Ihr werdet sieben Jahre wie gewohnt säen. Was ihr aber erntet, das laßt in seinen Ähren, bis auf einen geringen Teil von dem, was ihr verzehrt.
12:48Danach werden dann sieben harte (Jahre) kommen, die das verzehren werden, was ihr für sie vorher eingebracht habt, bis auf einen geringen Teil von dem, was ihr aufbewahrt.
12:49Danach wird dann ein Jahr kommen, in dem die Menschen Regen haben und in dem sie keltern werden.«
12:50Der König sagte: »Bringt ihn zu mir.« Als der Bote zu ihm kam, sagte er: »Kehr zu deinem Herrn zurück und frag ihn, wie es mit den Frauen steht, die sich in ihre Hände geschnitten haben. Mein Herr weiß doch über ihre List Bescheid.«
12:51Er sagte: »Was war da mit euch, als ihr versucht habt, Josef zu verführen?« Sie sagten: »Gott bewahre! Wir wissen gegen ihn nichts Böses (anzugeben).« Die Frau des Hochmögenden sagte: »Jetzt ist die Wahrheit offenbar geworden. Ich habe versucht, ihn zu verführen. Und er gehört zu denen, die die Wahrheit sagen.«
12:52(Josef sagte:) »Dies ist, damit er weiß, daß ich ihn nicht in seiner Abwesenheit verraten habe und daß Gott die List der Verräter nicht gelingen läßt.
12:53Und ich erkläre mich nicht selbst für unschuldig. Die Seele gebietet ja mit Nachdruck das Böse, es sei denn, mein Herr erbarmt sich. Mein Herr ist voller Vergebung und barmherzig.«
12:54Und der König sagte: »Bringt ihn zu mir. Ich will ihn ausschließlich für mich haben.« Als er mit ihm gesprochen hatte, sagte er: »Heute bist du bei uns in angesehener Stellung und genießt unser Vertrauen.«
12:55Er sagte: »Setze mich über die Vorratskammern des Landes ein. Ich bin ein (guter) Hüter und weiß Bescheid.«
12:56So haben Wir dem Josef eine angesehene Stellung im Land gegeben, so daß er darin sich aufhalten konnte, wo er wollte. Wir treffen mit unserer Barmherzigkeit, wen Wir wollen, und Wir lassen den Lohn der Rechtschaffenen nicht verlorengehen.
12:57Und wahrlich, der Lohn des Jenseits ist besser für die, die glauben und gottesfürchtig sind.
12:58Und die Brüder Josefs kamen und traten bei ihm ein. Er erkannte sie, während sie ihn für einen Unbekannten hielten.
12:59Als er sie nun mit ihrem Bedarf ausgestattet hatte, sagte er: »Bringt mir einen Bruder von euch, (einen) von eurem Vater. Seht ihr nicht, daß ich das Maß voll erstatte und daß ich der beste der Gastgeber bin?
12:60Wenn ihr ihn mir nicht bringt, so bekommt ihr bei mir kein Maß mehr, und ihr sollt nicht in meine Nähe treten.«
12:61Sie sagten: »Wir werden versuchen, seinen Vater in bezug auf ihn zu überreden, und wir werden es bestimmt tun.«
12:62Und er sagte zu seinen Knechten: »Steckt auch ihre Tauschware in ihr Gepäck, daß sie sie (wieder) erkennen, wenn sie zu ihren Angehörigen heimgekehrt sind. Vielleicht werden sie dann auch zurückkommen.«
12:63Als sie zu ihrem Vater zurückkamen, sagten sie: »O unser Vater, die (nächste) Zuteilung wurde uns verwehrt. So schick unseren Bruder mit uns, damit wir eine Zuteilung zugemessen bekommen. Und wir werden ihn bestimmt behüten.«
12:64Er sagte: »Kann ich ihn euch etwa anders anvertrauen, als ich euch zuvor seinen Bruder anvertraut habe? Gott ist der beste Hüter, und Er ist der Barmherzigste der Barmherzigen.«
12:65Und als sie ihre Sachen öffneten, fanden sie, daß ihre Tauschware ihnen zurückgegeben worden war. Sie sagten: »O unser Vater, was wünschen wir mehr? Das ist unsere Tauschware, sie ist uns zurückgegeben worden. Wir werden Vorrat für unsere Angehörigen bringen, unseren Bruder behüten und die Last eines Kamels mehr zugemessen bekommen. Das ist ein leicht zu erhaltendes Maß.«
12:66Er sagte: »Ich werde ihn nicht mit euch schicken, bis ihr mir ein verbindliches Versprechen vor Gott gebt, daß ihr ihn mir zurückbringt, es sei denn, ihr werdet umringt.« Als sie ihm ihr verbindliches Versprechen gegeben hatten, sagte er: »Gott ist Sachwalter über das, was wir (hier) sagen.«
12:67Und er sagte: »O meine Söhne, geht nicht durch ein einziges Tor hinein. Geht durch verschiedene Tore hinein. Ich kann euch vor Gott nichts nützen. Das Urteil gehört Gott allein. Auf Ihn vertraue ich. Auf Ihn sollen die vertrauen, die (überhaupt auf jemanden) vertrauen.«
12:68Als sie hineingingen, wie ihr Vater ihnen befohlen hatte, hat es ihnen vor Gott nichts genützt. Es war nur ein Bedürfnis in der Seele Jakobs, das er (damit) erfüllte. Und er besaß Wissen, weil Wir es ihn gelehrt hatten. Aber die meisten Menschen wissen nicht Bescheid.
12:69Als sie bei Josef eintraten, zog er seinen Bruder zu sich. Er sagte: »Ich, ich bin dein Bruder. So sei nicht betrübt wegen dessen, was sie taten.«
12:70Als er sie nun mit ihrem Bedarf ausgestattet hatte, tat er das Trinkgefäß in das Gepäck seines Bruders. Dann rief ein Rufer aus: »Ihr da von der Karawane, ihr seid ja Diebe.«
12:71Sie sagten, während sie auf sie zugingen: »Was vermißt ihr?«
12:72Sie sagten: »Wir vermissen den Pokal des Königs. Wer ihn zurückbringt, erhält die Last eines Kamels, und dafür bin ich Bürge.«
12:73Sie sagten: »Bei Gott, ihr wißt es, wir sind nicht gekommen, um im Land Unheil zu stiften, und wir sind keine Diebe.«
12:74Sie sagten: »Was ist die Vergeltung dafür, wenn ihr lügt?«
12:75Sie sagten: »Die Vergeltung dafür ist, daß der, in dessen Gepäck er gefunden wird, selbst als Entgelt dafür dienen soll. So vergelten wir denen, die Unrecht tun.«
12:76Er begann (zu suchen) in ihren Behältern vor dem Behälter seines Bruders. Dann holte er ihn aus dem Behälter seines Bruders. So führten Wir für Josef eine List aus. Nach der Religion des Königs hätte er unmöglich seinen Bruder (als Sklaven) nehmen können, es sei denn, daß es Gott wollte. Wir erhöhen, wen Wir wollen, um Rangstufen. Und über jedem, der Wissen besitzt, steht einer, der (noch mehr) weiß.
12:77Sie sagten: »Wenn er stiehlt, so hat auch ein Bruder von ihm zuvor gestohlen.« Josef hielt es in seinem Inneren geheim und zeigte es ihnen nicht offen. Er sagte: »Ihr seid noch schlimmer daran. Und Gott weiß besser, was ihr beschreibt.«
12:78Sie sagten: »O Hochmögender, er hat einen Vater, einen hochbetagten Greis. So nimm einen von uns an seiner Stelle. Wir sehen, daß du einer der Rechtschaffenen bist.«
12:79Er sagte: »Gott behüte, daß wir einen anderen nehmen als den, bei dem wir unsere Sachen gefunden haben! Sonst würden wir zu denen gehören, die Unrecht tun.«
12:80Als sie an ihm jede Hoffnung verloren hatten, gingen sie zu einem vertraulichen Gespräch unter sich. Der Älteste von ihnen sagte: »Wißt ihr nicht, daß euer Vater von euch ein verbindliches Versprechen vor Gott entgegengenommen hat, und daß ihr zuvor eure Pflicht in bezug auf Josef nicht erfüllt habt? Ich werde das Land nicht verlassen, bis mein Vater es mir erlaubt oder Gott ein Urteil für mich fällt, und Er ist der Beste derer, die Urteile fällen.
12:81Kehrt zu eurem Vater zurück und sagt: >O unser Vater, dein Sohn hat gestohlen, und wir bezeugen nur das, was wir wissen, und wir können nicht Hüter sein über das, was verborgen ist.
12:82Und frag die Stadt, in der wir waren, und die Karawane, mit der wir gekommen sind. Wir sagen ja die Wahrheit.
12:83Er sagte: »Eure Seele hat euch etwas eingeredet. (Es gilt) schöne Geduld (zu üben). Möge Gott sie mir alle zurückbringen! Er ist der, der alles weiß und weise ist.«
12:84Und er kehrte sich von ihnen ab und sagte: »O wie voller Gram bin ich um Josef!« Und seine Augen wurden weiß vor Trauer, und er unterdrückte (seinen Groll).
12:85Sie sagten: »Bei Gott, du hörst nicht auf, des Josef zu gedenken, bis du bald zusammenbrichst oder zu denen gehörst, die zugrunde gehen.«
12:86Er sagte: »Ich klage ja meinen Kummer und meine Trauer Gott allein, und ich weiß von Gott, was ihr nicht wißt.
12:87O meine Söhne, geht und erkundigt euch über Josef und seinen Bruder. Und verliert nicht die Hoffnung, daß Gott Aufatmen verschafft. Die Hoffnung, daß Gott Aufatmen verschafft, verlieren nur die ungläubigen Leute.«
12:88Als sie (wieder) bei ihm eintraten, sagten sie: »O Hochmögender, Not hat uns und unsere Angehörigen erfaßt. Und wir haben (nur) eine zusammengewürfelte Ware gebracht. So erstatte uns (dennoch) volles Maß und gib es uns als Almosen. Gott vergilt denen, die Almosen geben.«
12:89Er sagte: »Wißt ihr (noch), was ihr Josef und seinem Bruder angetan habt, als ihr töricht gehandelt habt?«
12:90Sie sagten: »Bist du denn wirklich Josef?« Er sagte: »Ich bin Josef, und das ist mein Bruder. Gott hat uns eine Wohltat erwiesen. Wahrlich, wenn einer gottesfürchtig und geduldig ist, so läßt Gott den Lohn der Rechtschaffenen nicht verlorengehen.«
12:91Sie sagten: »Bei Gott, Gott hat dich vor uns bevorzugt. Und wir haben bestimmt gesündigt.«
12:92Er sagte: »Keine Schelte soll heute über euch kommen. Gott vergibt euch, Er ist ja der Barmherzigste der Barmherzigen.
12:93Nehmt dieses mein Hemd mit und legt es auf das Gesicht meines Vaters, dann wird er wieder sehen können. Und bringt alle eure Angehörigen zu mir.«
12:94Als nun die Karawane aufbrach, sagte ihr Vater: »Wahrlich, ich spüre Josefs Geruch. Wenn ihr nur nicht (meine Worte) als dummes Gerede zurückweisen würdet!«
12:95Sie sagten: »Bei Gott, du befindest dich in deinem alten Irrtum.«
12:96Als nun der Freudenbote kam, legte er es auf sein Gesicht, und er konnte wieder sehen. Er sagte: »Habe ich euch nicht gesagt, daß ich von Gott weiß, was ihr nicht wißt?«
12:97Sie sagten: »O unser Vater, bitte für uns um Vergebung unserer Sünden. Wir haben ja gesündigt.«
12:98Er sagte: »Ich werde meinen Herrn um Vergebung für euch bitten. Er ist der, der voller Vergebung und barmherzig ist.«
12:99Als sie nun bei Josef eintraten, zog er seine Eltern an sich und sagte: »Betretet Ägypten, so Gott will, in Sicherheit.«
12:100Und er erhob seine Eltern auf den Thron. Und sie warfen sich vor ihm nieder. Er sagte: »O mein Vater, das ist die Deutung meines Traumgesichts von früher. Mein Herr hat es wahr gemacht. Und Er hat mir Gutes erwiesen, als Er mich aus dem Gefängnis herauskommen ließ und euch aus der Steppe hierher brachte, nachdem der Satan zwischen mir und meinen Brüdern (zu Zwietracht) aufgestachelt hatte. Mein Herr weiß zu erreichen, was Er will. Er ist der, der alles weiß und weise ist.
12:101Mein Herr, du hast mir etwas von der Königsherrschaft zukommen lassen und mich etwas von der Deutung der Geschichten gelehrt. Du Schöpfer der Himmel und der Erde, du bist mein Freund im Diesseits und Jenseits. Berufe mich als gottergeben ab und stelle mich zu den Rechtschaffenen.«
12:102Dies gehört zu den Berichten über das Unsichtbare, das Wir dir offenbaren. Du warst nicht bei ihnen, als sie sich verbanden und Ränke schmiedeten.
12:103Und die meisten Menschen sind nicht gläubig, du magst dich noch so sehr bemühen.
12:104Und du verlangst von ihnen keinen Lohn dafür. Es ist nur eine Ermahnung für die Weltenbewohner.
12:105Wie viele Zeichen gibt es in den Himmeln und auf der Erde, an denen sie vorbeigehen, indem sie sich von ihnen abwenden?
12:106Und die meisten von ihnen glauben nicht an Gott, ohne (Ihm andere) beizugesellen.
12:107Wähnen sie sich denn in Sicherheit davor, daß eine überdeckende (Strafe) von der Pein Gottes über sie kommt, oder daß plötzlich die Stunde über sie kommt, ohne daß sie es merken?
12:108Sprich: Das ist mein Weg. Ich rufe zu Gott aufgrund eines einsichtbringenden Beweises, ich und diejenigen, die mir folgen. Preis sei Gott! Und ich gehöre nicht zu den Polytheisten.
12:109Und Wir haben vor dir von den Bewohnern der Städte nur Männer gesandt, denen Wir Offenbarungen eingegeben haben. Sind sie denn nicht auf der Erde umhergegangen und haben geschaut, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Wahrlich, die Wohnstätte des Jenseits ist besser für die, die gottesfürchtig sind. Habt ihr denn keinen Verstand?
12:110Als dann die Gesandten die Hoffnung verloren hatten und sie meinten, sie seien belogen worden, kam unsere Unterstützung zu ihnen. Und so wird errettet, wen Wir wollen. Und niemand kann unsere Schlagkraft von den Leuten zurückhalten, die Übeltäter sind.
12:111Wahrlich, in der Erzählung über sie ist eine Lehre für die Einsichtigen. Es ist keine Geschichte, die erdichtet wird, sondern die Bestätigung dessen, was vor ihm vorhanden war, und eine ins einzelne gehende Darlegung aller Dinge, und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die glauben..
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